Die Aufnahme – Nachbearbeitung – Bildbearbeitung

Nach der Aufnahme muß ein digitales Infrarotfoto meist noch mit einem Bildbearbeitungsprogramm optimiert werden. Schwarzweißaufnahmen sind nicht immer ganz farblos. Farbaufnahmen entsprechen selten auf Anhieb den eigenen Vorstellungen. Damit man den maximalen Spielraum in der Bearbeitung hat, sollte man die Aufnahme möglichst im RAW-Dateiformat aufnehmen. JPEG-Dateien sind komprimiert und haben deswegen einen spürbar geringeren Bearbeitungsspielraum.

Fototechnik Infrarotfotografie
Fototechnik Infrarotfotografie

In der anlaogen Infrarotfotografie muß nach der Aufnahme der Film erst entwickelt werden. Auch bei der Entwicklung gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Nachbearbeitung – Bildbearbeitung digitale Schwarzweiß-Infrarotfotografie

Je nach eingesetzten Infrarotfilter und Sensor, bekommt man ein schwarzweißes oder ein leicht bis stark farbstichiges Bild. Bei 830 nm oder höher bekommt man ein Schwarzweißes oder fast Schwarzweißes Bild. Bei meiner Fuji X-E1 gab es einen ganz leichten violetten Farbstich. Bei Kameras die einen geringeren Lichtwellenbereich sperren, fällt der Farbstich kräftiger aus.

Am besten fotografiert man immer im RAW-Dateiformat. Danach werden die Bilder mit einem RAW-Konverter wie Lightroom, Camera RAW, Capture One oder vergleichbarer Software bearbeitet. Als erstes wird ein Weißabgleich gemacht. In den meisten Fällen muß man bei den ersten Aufnahmen auch die Tiefen, Weißen, Kontrast und eventuell die Helligkeit verfeinern. Zum Schluß schärfe ich das Bild, je nach Verwendungszweck, noch leicht nach. Diese Grundeinstellung speichere ich als Preset (Lightroom) ab. So kann ich diese Grundwerte für zukünftige Aufnahmen gleich beim Import anwenden. Das spart viel Zeit. Dennoch muß man bei manchen Fotos noch etwas korrigieren. Der Aufwand ist aber wesentlich geringer.

Nachbearbeitung – Bildbearbeitung digitale Farb-Infrarotfotografie

Als erstes wird genauso wie bei der Schwarzweiß-Bearbeitung der Weißabgleich passend eingestellt.

Danach können mit dem Kanalmixer (Photoshop) Farbkanäle getauscht werden. So erzielt man einen blauen Himmel. Aber auch andere Farben können gezielt verändert werden.

Falls gewünscht können per Photoshop oder vergleichbarer Bildbearbeitungssoftware weitere Effekte erstellt werden. Eine Möglichkeit ist der Glow-Effekt. Er simmuliert eine unscharfe Überstrahlung an den hellsten Bildstellen. Dieser Effekt entstand beim Kodak HIE Schwarzweiß-Infrarotfilm. Da der Film keine Lichthofschicht hat, konnte der Filmträger Licht weiterleiten. Die Folge sind helle Überstrahlungen, welche bei gezielten Einsatz ein träumerischen oder märchenhaften Effekt ergeben können.

Filmentwicklung Infrarotfilm Schwarzweiß und Farbe

Nach der Belichtung muß der Infrarotfilm entwickelt werden. Bei falscher Bearbeitung kann es hier zur Zusatzbelichtungen des Filmes kommen. Deswegen sollte man die Filmentwicklung möglichst selbst machen oder von einem Fachlabor mit entsprechender Ausrüstung machen lassen.

Ungeeignet für die Filmentwicklung sind Kunststoffdosen und Trommeln. Besser sind hier Entwicklungsdosen aus Metall, meist Edelstahl. Bei der Filmentwicklung erfolgt die Entwicklung zuerst im Entwickler, danach Stoppbad und im Anschluß die Fixierung im Fixierbad. Damit keine Trockenflecken auf dem Film entstehen können, kann der Film vor dem Trocknen noch mit einem Netzmittel behandelt werden. Danach wird er zum trocknen aufgehängt.

Vom Negativ kann man mit einem Vergrößerungsgerät Fotoabzüge belichten. Auch hier wird das belichtete Fotopapier entwickelt, Stoppbad und Fixierbad. Je nach Papier und gewünschten Finsh, kann im Abschluß das Papier auch noch getont werden. Manche Schwarzweißpapiere haben auch einen warmen oder kühlen monochromen Farbton. Wer kein Fotolabor mit Vergrößerungsgerät besitzt läßt die Vergrößerungen im Fachlabor machen oder scannt das Negativ mit einem Filmscanner und läßt davon im Fotolabor ausbelichten.

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